Frau blickt zuversichtlich nach vorne als Symbol dafür, sich selbst mehr zuzutrauen und neue Möglichkeiten im eigenen Leben zu entdecken.

Was wäre, wenn du dir mehr zutraust, als du bisher gewagt hast?

Vielleicht gibt es Seiten an dir, die du selbst noch gar nicht kennst.

Fähigkeiten, von denen du heute nichts weißt.

Entscheidungen, von denen du glaubst, dass du sie niemals treffen könntest.

Dinge, die du dir nicht zutraust, weil du sie noch nie gemacht hast.

Und genau darin steckt ein Gedanke, der mich inzwischen fasziniert:

Woher wollen wir eigentlich wissen, was wir können, wenn wir es nie ausprobieren?

Manchmal entscheiden wir viel zu früh, wer wir sind.

Ich bin nicht mutig genug.

Ich kann so etwas nicht.

Dafür bin ich nicht der Typ.

Andere können das besser.

Dafür ist es jetzt zu spät.

Und irgendwann werden aus diesen Sätzen Grenzen.

Nicht unbedingt, weil sie wahr sind.

Sondern weil wir innerhalb dieser Grenzen leben und dadurch nie erfahren, was außerhalb von ihnen vielleicht möglich gewesen wäre.

Vielleicht kannst du etwas noch nicht

Dieser kleine Unterschied ist wichtig.

„Ich kann das nicht.“

Oder:

„Ich kann das noch nicht.“

Plötzlich ist da eine Tür.

Vielleicht wirst du es ausprobieren und feststellen:

Nein, das ist wirklich nichts für mich.

Auch gut.

Dann weißt du etwas, das du vorher nicht wusstest.

Aber vielleicht passiert etwas ganz anderes.

Vielleicht merkst du:

Das macht mir Spaß.

Ich lerne schneller, als ich dachte.

Ich kann das tatsächlich.

Warum habe ich mir das so lange nicht zugetraut?

Und manchmal entdecken wir dadurch nicht nur eine neue Fähigkeit.

Wir entdecken eine neue Seite an uns selbst.

Wir müssen nicht erst jemand anderes werden

Ich glaube, das habe ich früher oft verwechselt.

Ich dachte, für bestimmte Dinge müsste ich erst eine andere Version von mir werden.

Selbstbewusster.

Mutiger.

Sicherer.

Besser vorbereitet.

Dann könnte ich anfangen.

Heute sehe ich es anders.

Vielleicht werden wir nicht zuerst mutig und tun dann etwas Mutiges.

Vielleicht tun wir etwas, obwohl wir noch unsicher sind – und entdecken dabei:

Da ist ja doch Mut in mir.

Vielleicht entsteht Selbstvertrauen genauso.

Nicht dadurch, dass wir morgens aufwachen und plötzlich vollkommen an uns glauben.

Sondern weil wir Dinge erleben, die unsere alte Geschichte über uns nicht mehr bestätigen.

Du dachtest, du könntest das nicht.

Und dann hast du es getan.

Vielleicht nicht perfekt.

Aber du hast es getan.

Und plötzlich muss sich etwas in deinem Bild von dir selbst verändern.

Wie viel von deinem Leben hast du noch gar nicht ausprobiert?

Diese Frage gefällt mir.

Nicht:

Was habe ich alles verpasst?

Das zieht uns zurück.

Sondern:

Was habe ich noch nicht ausprobiert?

Vielleicht etwas ganz Kleines.

Eine neue Strecke gehen.

Alleine irgendwohin fahren.

Etwas lernen.

Etwas schreiben.

Jemanden ansprechen.

Eine Idee zeigen.

Etwas verändern, das dich schon lange stört.

Nein sagen.

Ja sagen.

Einen Wunsch ernst nehmen, den du bisher immer wieder weggeschoben hast.

Es muss nichts Spektakuläres sein.

Manchmal beginnt ein anderes Lebensgefühl mit einer Entscheidung, die von außen kaum jemand bemerkt.

Vielleicht überrascht du dich selbst

Ich finde diesen Gedanken wunderschön.

Dass wir uns selbst noch überraschen können.

Auch mit 40.

Mit 50.

Mit 60.

Mit 70.

Wir sind doch nicht irgendwann fertig.

Da steht kein unsichtbarer Mensch neben uns und sagt:

So. Das war’s. Mehr wird aus dir nicht mehr.

Wir dürfen weiterlernen.

Unsere Meinung ändern.

Neue Interessen entdecken.

Etwas anfangen, das überhaupt nicht zu unserem bisherigen Leben passt.

Wir dürfen feststellen:

Ich bin anders geworden.

Oder vielleicht sogar:

Das war schon lange in mir. Ich habe es nur nie ausprobiert.

Trau dir heute etwas Kleines mehr zu

Nicht dein ganzes Leben verändern.

Nicht beweisen, was für eine mutige Frau du bist.

Das wäre schon wieder Druck.

Mach es kleiner.

Frag dich heute nur:

Was würde ich ausprobieren, wenn ich nicht vorher beweisen müsste, dass ich es kann?

Vielleicht kommt sofort etwas.

Dann hör nicht gleich auf die Stimme, die sagt:

Ach, das kannst du doch nicht.

Sag ihr:

Vielleicht nicht. Aber vielleicht kann ich es lernen.

Und dann mach einen kleinen Schritt.

Nicht weil du weißt, wohin er führt.

Sondern weil du neugierig darauf bist.

Auf das Leben.

Auf das, was noch kommen kann.

Und vielleicht auch ein bisschen auf dich selbst.

Denn du musst heute noch nicht wissen, was alles in dir steckt.

Vielleicht darfst du anfangen, es herauszufinden.

Herzlichst
Gudrun Marquardt

→ Du musst nicht warten, bis du dich bereit fühlst

→ Heute musst du dein Leben nicht verbessern

→ Weitere Tagesimpulse
→ Meine Bücher