Das Leben wieder genießen und Dinge tun, die keinen Zweck erfüllen müssen – Tagesimpuls von Gudrun Marquardt.

Vielleicht braucht dein Leben wieder Dinge, die keinen Zweck haben

Es gibt Dinge, bei denen wir ziemlich genau wissen, warum wir sie tun.

Wir arbeiten, weil wir unseren Lebensunterhalt verdienen müssen. Wir putzen, weil wir es sauber haben möchten. Wir kaufen ein, erledigen Papierkram, kümmern uns um das Haus, beantworten Nachrichten und arbeiten unsere Listen ab.

Fast alles hat einen Zweck.

Und manchmal wird sogar die freie Zeit noch zu etwas, das einen Zweck erfüllen soll.

Wir gehen spazieren, weil Bewegung gesund ist. Wir lesen, weil wir etwas lernen wollen. Wir räumen auf, damit endlich Ordnung ist. Wir hören einen Podcast, weil wir uns weiterentwickeln möchten.

Selbst Erholung soll möglichst noch etwas bringen.

Vielleicht kennst du das auch.

Man tut so viele vernünftige Dinge, dass irgendwann kaum noch etwas übrig bleibt, das man einfach nur tut, weil es schön ist.

Wann hast du zuletzt etwas gemacht, das nichts bringen musste?

Diese Frage ist gar nicht so leicht.

Nicht: Wann hast du dich ausgeruht, damit du anschließend wieder leistungsfähig bist?

Nicht: Wann hast du etwas für deine Gesundheit getan?

Nicht einmal: Wann hast du dir bewusst etwas Gutes getan?

Sondern wirklich:

Wann hast du etwas gemacht, einfach weil du Lust darauf hattest?

Vielleicht bist du irgendwo stehen geblieben, weil der Himmel schön aussah.

Vielleicht hast du Musik gehört und nichts nebenher gemacht.

Vielleicht bist du durch einen Laden gegangen, obwohl du nichts brauchtest.

Vielleicht hast du einen Kaffee getrunken und einfach aus dem Fenster geschaut.

Solche Momente verändern vielleicht nichts Großes.

Und genau das ist das Schöne daran.

Sie müssen nichts verändern.

Ein Leben besteht nicht nur aus dem, was erledigt werden muss

Wenn man lange funktioniert hat, kann sich sogar Freude irgendwann ungewohnt anfühlen.

Dann fragt man sich schnell:

Habe ich dafür überhaupt Zeit?

Sollte ich nicht lieber noch …?

Was bringt mir das?

Vielleicht lautet die Antwort:

Gar nichts.

Und vielleicht ist das vollkommen in Ordnung.

Denn dein Leben ist kein Projekt, das am Ende möglichst effizient abgeschlossen werden muss.

Es darf Dinge enthalten, die einfach nur schön waren.

Einen Nachmittag.

Ein Gespräch.

Ein Lied.

Einen Umweg.

Eine Tasse Kaffee in der Sonne.

Etwas, worüber du lachen musstest.

Vielleicht sind es sogar genau diese scheinbar unwichtigen Dinge, an die wir uns später erinnern.

Vielleicht darf wieder etwas mehr Leben zwischen deine Aufgaben

Du musst dafür nicht plötzlich alles stehen und liegen lassen.

Es geht nicht darum, Verantwortung abzulehnen oder jeden Tag nur noch das zu tun, worauf du gerade Lust hast.

Es geht um etwas Kleineres.

Darum, zwischen all dem, was sein muss, wieder etwas zuzulassen, das nicht sein muss.

Etwas nur für dich.

Nicht, damit du produktiver wirst.

Nicht, damit du dich weiterentwickelst.

Nicht einmal, damit es dir danach besser geht.

Sondern einfach, weil du gerade hier bist.

Und weil dein Leben nicht erst irgendwann stattfinden sollte, wenn endlich alles erledigt ist.

Vielleicht brauchst du heute keinen großen Plan.

Vielleicht brauchst du etwas, das überhaupt keinen Zweck hat.

Außer, dass du für einen Moment gern in deinem eigenen Leben bist.

Herzlichst
Gudrun Marquardt

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